Geschichte

Fischereiverein Bludenz

Bis zum Jahre 1886 gab es in Vorarlberg weder einen Fischereiverein noch einen Landesverband. Die Gewässer wurden von der Forst- und Domänenverwaltung in Feldkirch an Einzelpersonen verpachtet. Eine Einteilung erfolgte erst im Jahre 1913.

Als 1921 der Fischereiverein für das Land Vorarlberg in seiner Generalversammlung die Erweiterung des Landesvereins und Aufgliederung in Ortsgruppen vorsah, stand der Gründung des FV Bludenz nichts mehr im Wege.

Die Bludenzer Petrijünger konstituierten sich am 12.2.1922 im damaligen, nicht mehr existierenden Gasthaus „Arlberg“ gegenüber dem Sporthaus Walch. Bei der abgehaltenen Wahl der neu gegründeten Ortsgruppe wurden folgende Funktionäre aus den 22 anwesenden Herren bestellt:

Obmann: Hegenbart Josef
Obmannstellvertreter: Schmitzer Josef
Schriftführer: Hartmann Otto
Kassier: Brock Franz
Zeugwart: Juen Josef
Beisitzer: Kofler Rudolfo
Fischereiaufseher: Weinauer Josef und Köfler Anton

Fischen allerdings konnte der Bludenzer Verein erst am 1.2.1925, drei Jahre nach der Vereinsgründung, da die Gewässer noch von einer Privatperson gepachtet war. Es war nicht leicht, die neue Ortsgruppe heranzubilden, um den Anforderungen des damaligen Landesverbandes gerecht zu werden.
Wie ernst die Bewirtschaftung der Gewässer genommen wurde, ist daraus zu sehen, dass an die Errichtung einer eigenen Brutanstalt gedacht wurde. Aus Kostengründen mußte jedoch davon Abstand genommen werden.
In den Gründungsjahren war vielfach noch von Fischdiebstahl die Rede, aber auch schon die Erhaltung von sauberen, lebensfähigen Gewässern trat in den Vordergrund. So war der Mühlebach zeitweise als Schongebiet gesperrt. Aus diesem Bestand wurden Fischeier zur Ausbrütung gewonnen. Es mußten jährlich 20.000 Fischeier kostenlos an die Zuchtanstalt für das Land Vorarlberg in Feldkirch abgeliefert werden. Die Obmänner zu dieser Zeit waren von 1925 bis 1926 Hegenbart Josef und Schmidt Friedrich von 1927 bis 1932.

Wohl über viel Schönes, aber vielleicht auch Betrübendes könnte der von 1933 – 1957 tätige Obmann Franz Brock, welcher auch zu den Mitbegründern gehörte, erzählen. Sein Bemühen und seine Sorge um den Verein sind heute noch beispielgebend für uns alle. Sein Alter, begleitet von Krankheit, war es, daß er die Vereinsführung an Herrn Ortler Josef aus Nüziders abgab. Eine umsichtige Vereinsführung, viel Verständnis und Liebe zur Fischerei kennzeichneten diesen Obmann, der bei seinen Kollegen große Wertschätzung hervorgerufen hat. Die Anschaffung eines Elektro-Agregates im Jahre 1960, welches heute noch mehr denn je eingesetzt wird, wurde durch ihn realisiert.
Im Jahre 1963 trat Herr Walch Franz die Nachfolge von Ortler Josef an, die er bis zum Jahre 1979 inne hatte. Für seine 16-jährige Tätigkeit als Obmann, wurde er 1981 zum Ehrenobmann ernannt.
Mit viel Freude übernahm im Frühjahr 1979 Herkommer Heinz die Vereinsführung und war auch um dessen Wohl sehr bemüht. Sein plötzliches Ableben im Herbst 1979 hinterließ eine große Lücke im Verein. Von 1980 bis 1993 betreut Karl Großsteiner aus Nüziders die vielschichtigen Aufgaben des Vereins. Sein unermüdlicher Einsatz im Gewässerschutz und in der Bewirtschaftung der Pachtreviere sind Richtungsweisend. Als Obmann des Revierausschusses stellte er auch dort sein Wissen der Fischerei zur Verfügung.
Seit 1993 lenkt der jetzige Obmann Werner Melchhammer die Geschicke des Fischereivereines. Seit Inkrafttreten des neuen Fischereigesetzes im Jahr 2001 ist er Obmann des Fachausschusses für Revierfragen beim Fischereiverband und als Vertreter der Bewirtschafter im Fischereibeirat.

Im folgenden seien die wichtigsten Begebenheiten festgehalten.
Bis in die Anfänge der Vereinsgeschichte trugen die jährlichen Fischertreffen (meist in Form von Vereinsausflügen oder Preisjassen) zur Hebung der Gemeinschaft und des Vereinslebens
wesentlich bei. Die Schulungskurse und Informationsabende, die in den letzten Jahren durchgeführt wurden, vertieften das Wissen unserer Fischer.
Diese aufgezeigte Vereinsgeschichte verpflichtet uns, nicht nur das übernommene Erbe zu wahren, es verlangt von uns, in diesem Sinne weiter zu machen. Sind doch die Wasserverschmutzungen, welche teils den Fischbestand gefährden, bereits an der Tagesordnung. Kaum unüberwindbar schien im Herbst 1980 ein noch nie dagewesenes Fischsterben in der Ill, deren Ursache in der starken Umweltverschmutzung zu suchen war. Nur der Opferbereitschaft und dem Sportgeist aller Mitglieder ist es zu danken, daß jener Verlust größtenteils wieder wettgemacht werden konnte.

Abschließend zu diesem Überblick aus unserem Vereinsgeschehen hat der Vorstand des 80 Jahre jung gebliebenen Vereins ein Anliegen
an alle:
„Haltet unsere schöne Heimat sauber, die Bäche sind keine Müllgruben und sollen keine Kloaken werden, unser Wasser ist ein lebenswichtiges Element.“

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